Vom Aussterben bedroht
Allgemeinarzt? Hausarzt? Praktischer Arzt? Jedenfalls ist er eine seltene Art.
Der Allgemeinarzt ist ein Allrounder. Durch seine gute Beobachtungsgabe erlernt er Vieles zügig und wird in den meisten Dingen, die er lernt, ziemlich gut. Er hat ein Gespür für menschliches Leid und wendet sein medizinisches Wissen gezielt an, um dieses Leid zu lindern. Er schafft es nicht selten, durch präzise Fragen und Basisuntersuchungen die richtige Diagnose zu stellen und so die Weichen für die Heilung einer Krankheit zu legen.
Der Allgemeinarzt/die Allgemeinärztin ist bescheiden. Er verdient keine Millionen, wünscht sich jedoch, für seine Arbeit adäquat entlohnt zu werden. Schließlich hat er keine Mühe gescheut, seine Praxis und die Geräte instand zu halten, stets medizinisches Fachpersonal anwesend zu haben und es zu schulen.
Aus diesem Grund ist der Allgemeinarzt/Hausarzt, wie man sich ihn klassischerweise vorstellt, immer seltener geworden. Manche behaupten sogar, er sei vom Aussterben bedroht. Etwa wie der Vaquita-Wal (Foto, Quelle: Wildlife Nomads)
Warum ist der Hausarzt/die Hausärztin vom Aussterben bedroht?
Eine adäquate Entlohnung für seine hohe Qualifikation ist nicht vorhanden.
Derzeit bekommt ein Hausarzt in Baden-Württemberg maximal 100 Euro pro Patient pro Quartal - egal wie oft der Patient in die Praxis kommt und egal wie oft der Hausarzt oder ein Assistent des Hausarztes den Patienten im Quartal besucht.
Ein Quartal sind 3 Monate.
Der Allgemeinarzt benötigt mindestens die dreifache Summe, um zu überleben. Er muss Praxismiete zahlen, hat Personalkosten, soziale Kosten, muss funktionierende EDV & Technik vorhalten, für alle Versicherungen aufzukommen, Reserven bilden, Steuern bezahlen. So einfach ist die Rechnung. Da helfen auch keine MVZs, denn auch diese haben Kosten zu tragen.
Die Lösung: Hausarzt-Honorar bedeutend erhöhen oder System komplett umstrukturieren. Alles andere wird sehr bald sehr teuer. Vaquita, adé.
Wenn auch Sie der Meinung sind, dass Hausärzte in Baden-Württemberg gerettet werden sollen, dann spenden Sie bitte für die Erhaltung der vom Aussterben bedrohten Arten bei WWF: